Ostern und Gewürze
Gewürze spielen seit jeher eine große Rolle in unserer Geschichte. In der Bibel werden sie häufig erwähnt und gehörten im ersten und zweiten Jahrhundert vor Christus zu den kostbarsten Gütern. Sie zu beschaffen war aufwendig und teuer, ihr Besitz ein Statussymbol.
Doch Gewürze waren nicht nur als Handelsgüter wichtig. Sie wurden für Glaubensrituale wie Salbungen, bei Bestattungen und an hohen Festtagen eingesetzt. Gleichzeitig hatten sie ihren festen Platz im Alltag – beim Essen und Trinken. Speisen genau wie auch Wein wurden mit Gewürzen versetzt, um sie haltbarer und geschmackvoller zu machen. Gewürzwein gab es also bereits lange vor Weihnachtsmärkten.
Zur Zeit des Todes Jesu gehörten Gewürze eng zu den Bestattungsbräuchen. Im Johannesevangelium heißt es: „Da nahmen sie den Leichnam von Jesus und wickelten ihn zusammen mit den aromatischen Substanzen in Leinentücher, wie es bei den Juden Bestattungsbrauch ist“ (Johannes 19:39, 40). Gewürze dienten hier nicht nur der Anbetung, sondern auch ganz praktisch der Konservierung und Vorbereitung des Körpers.
Heute begegnen uns Gewürze vor allem in der Küche. Und das auch zu Ostern: Salz und Pfeffer auf dem Ei, wunderbare Würzmischungen am Lamm oder auch Zimt und Zucker in der Nachspeise. Insofern hat sich über Jahrhunderte erhalten, was Gewürze ausmacht: sie sind fester Bestandteil hoher Feste und freudigen Tafelns.